Diese beiden Artikel behandeln Rhythmen in Pädagogik und Erziehung, ein Thema, das bisher nur in begrenztem Masse in entsprechende fachbezogene Forschung oder in akademisches Denken aufgenommen wurde. Gert Biesta hat aufgezeigt wie zeitbezogene Begriffe wie Änderung, Lernen und Entwicklung oft verbunden sind mit einem vereinfachten, linearen Zeitverständnis und mit einer einseitigen rationalisierten Erziehungsauffassung (Biesta, 2013). Durch den Fokus auf die reiche Vielfalt der in Erziehung und Pädagogik wirksamen Rhythmen, treten andere Zeitdimensionen hervor.
Der erste Artikel gibt einen kurzen Überblick über Forschung zu Rhythmen in Erziehung und Pädagogik und führt ein in Alfred North Whiteheads und Henri Lefebvres Gedanken zum Thema Rhythmus. Artikel 2 stellt die Ideen Rudolf Steiners dar zur Rolle des Rhythmus in Erziehung und Pädagogik und schliesst mit der Diskussion aller drei Ansätze unter besonderer Berücksichtigung von Ideen, die für den Unterricht in der Gegenwart relevant sein könnten. Keine dieser Ideen wurde als Rezept oder zu befolgendes System behandelt, sondern eher als «Linsen» für die Annäherung an das Leben mit und die Kunst des Umganges mit Zeitprozessen in Pädagogik und Erziehung.
Von Lefebvre wurde ein sensibilisierter und therapeutischer Ansatz dargestellt, der die potentiell befreienden Kräfte sowohl in sozialen als auch in natürlichen Rhythmen berücksichtigt. Whiteheads Ideen laden den Leser dazu ein, in Bezug auf die atmenden Rhythmen von Freiheit und Disziplin ein erzieherisches Entwicklungspanorama zu entwerfen, welches verantwortungsvolle und kompetente Bürger ausbildet. Steiner hat eine Vielfalt konkreter Vorschläge für Lehrer entwickelt und gleichzeitig weitreichende spirituelle Perspektiven ausgeführt zu den Prozessen, die stattfinden, wenn sich Lernen und Unterrichten in rhythmischer Weise entwickeln.
Schlüsselwörter: Rhythmen in Erziehung und Pädagogik, Kunst, Lefebvre, Whitehead, Steiner