Zusammenfassung
Im Bereich der Bildungswissenschaft gibt es fast keine etablierte Forschung zur alternativen Waldorf- (oder Steiner-)Pädagogik in den USA oder Grossbritannien. Diese Primärforschung untersucht Rudolf Steiners Philosophie der Waldorfpädagogik der frühen Kindheit und ihren kindzentrierten und inklusiven Kern. Zehn Erzieherinnen und -Erzieher in den USA und Grossbritannien, die Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren betreuen, wurden zu ihren Werten und Praktiken sowie zu ihren Vorstellungen von Inklusion befragt, die anhand von Lani Florians inklusiver Pädagogik untersucht wurden.
Dabei zeigen sich unterschiedliche Interpretationen der praktisch Tätigen hinsichtlich der Bildung vielfältiger Lernender. Die Waldorfpädagogik in den USA und Grossbritannien scheint sich situativ zu unterscheiden, doch das zugrunde liegende Bildungsethos bleibt im Wesentlichen dasselbe. Ein anthroposophisches Verständnis des Menschen und der «Wille» des Kindergartenkindes, das durch Nachahmung und Spiel lernt, bilden die Grundlage für diesen weitsichtigen, ganzheitlichen Ansatz. Es wird empfohlen, dass die Forschung zur Waldorf-Frühpädagogik ihre transnationalen Netzwerke untereinander ausbaut und Verbindungen zu breiteren akademischen Bildungsclustern, insbesondere zu denen zum Thema Inklusion, knüpft.
Schlüsselwörter: Kindzentrierte Erziehung, Lani Florian, Inklusion, Spiel, Rudolf Steiner, Waldorflehrplan für die frühe Kindheit, Waldorfkindergarten