Zusammenfassung
Jüngste Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass es einen Bedarf an Studien gibt, die bestimmte Themen im Zusammenhang mit der Steiner-/Waldorfpädagogik umfassend und systematisch beleuchten. Ein solcher Bereich ist die Beziehung zwischen der Steiner-/Waldorfpädagogik und der Anthroposophie, über die im Laufe der Jahre viel geschrieben wurde. Der Artikel konzentriert sich auf zwei Themen. Erstens soll eine erste systematische Literaturübersicht gegeben werden, zweitens soll untersucht werden, wie sich die Diskussion im Laufe der Zeit entwickelt hat. Der Artikel gibt einen Überblick über Zeitschriftenartikel, Bücher und Forschungsarbeiten seit 1968.
Die wichtigsten Ergebnisse zeigen, dass der Kern der Diskussion weitgehend unverändert geblieben ist: Anthroposophie ist eine Methode und keine Weltanschauung, und ihre Bedeutung für die Steiner-/Waldorfpädagogik liegt darin, dass sie einen Weg zur individuellen Transformation darstellt und nicht als Lehre oder Dogma verstanden wird. Seit 2010 ist jedoch ein deutlicher Anstieg der Veröffentlichungen zu verzeichnen, begleitet von erheblichen Nuancen und einer Vertiefung der Argumente aus den vergangenen Jahrzehnten. Damit einhergehend lassen sich verschiedene Stile und Ansätze identifizieren, die in der Analyse als «maximalistisch» und «minimalistisch» bezeichnet werden. Ersterer verwendet einen Stil, der reich an Steiner-Zitaten und anthroposophischen Inhalten ist, während letzterer sich mehr auf die erkenntnistheoretischen Aspekte der Anthroposophie konzentriert und weniger Gewicht auf Steiner-Zitate und Inhaltsdiskussionen legt.
Schlüsselwörter: Steiner-/Waldorfpädagogik, Anthroposophie, Esoterik, Literaturübersicht