Auf der Grundlage von Rudolf Steiners anthroposophischer Theorie versucht diese Untersuchung, die Möglichkeiten zum Verständnis des Begriffs «Bewegungsfülle» im Lichte der Anthroposophie aufzuzeigen. Zu diesem Zweck wurde eine Untersuchung der Werke des Autors durchgeführt, wobei kollaborative und narrative Forschung als Leitprinzipien für praktische Massnahmen dienten. Um die Rolle des Lehrers als grundlegenden Bestandteil bei der Auswahl der Unterrichtsinhalte hervorzuheben, wurden drei Lehrer in die Untersuchung einbezogen – zwei Sportlehrer und ein Klassenlehrer – mit umfassender Erfahrung in der Waldorfpädagogik. Sie teilten ihr Verständnis des Begriffs, das sich aus ihren im Laufe der Jahre gesammelten Erfahrungen ableitete.
Die Untersuchung umfasste zudem den Bericht eines Studenten des Rudolf-Steiner-Colleges, der am Forschungsprozess teilnahm und dabei seine Erfahrungen sowohl als Lehrer als auch als Schüler dieser Pädagogik schilderte. In den Diskussionsgruppen zeigte sich, dass zwar jeder Lehrer unterschiedliche Erfahrungen hatte, die Grundlage für die Konzeptualisierung des Begriffs jedoch in ihrem Verständnis der menschlichen Entwicklung zusammenläuft, das stets auf den Prinzipien der Anthroposophie basiert. Dieser Erfahrungsaustausch diente als Grundlage für einen dialogischen Prozess, der es ermöglichte, einen Weg zu entwickeln, der aufzeigt, was innerhalb der Waldorfpädagogik zu berücksichtigen ist, wenn man über die Bedeutung von Bewegung in der menschlichen Entwicklung nachdenkt und die ganzheitliche Entwicklung des Kindes anstrebt – mit anderen Worten: die Strukturierung des Körpers, das emotionale Gleichgewicht und die Organisation von Ideen.
Schlüsselwörter: Sportunterricht, Anthroposophie, Steiner-/Waldorfschulen, Bewegungsfülle