Zusammenfassung
Im folgenden Beitrag beschreibt der Autor vor allem das, was man als Entwicklungsdidaktik der Waldorfpädagogik bezeichnen könnte. Dieser didaktische Ansatz basiert auf Rudolf Steiners Vorstellung von der menschlichen Entwicklung in Siebenjahresphasen. Zu Steiners Zeiten war diese Vorstellung, die auf die antike Einteilung des menschlichen Lebens in Hebdomad (Jahrsiebten) zurückgeht, bis zu einem gewissen Grad noch gebräuchlich. Im heutigen entwicklungspsychologischen Diskurs ist die Idee der Siebenjahresphasen praktisch nicht mehr vorhanden. Man findet den Begriff in waldorfpädagogischen Lehrplänen und der Fachliteratur, ansonsten jedoch nicht. Steiners Interpretation der kindlichen Entwicklung durch die ersten drei Siebenjahresphasen hatte einen deutlichen Einfluss auf die Lehrpläne und die Didaktik der Waldorfschule.
Im Folgenden werden einige Beispiele hierfür angeführt. Im ersten Teil konzentriert sich der Autor auf die Konzepte der Nachahmung, des Rhythmus und des Spiels. Im zweiten Teil werden die Lebensprozesse, die Imaginationskraft und die Künste betrachtet. Im dritten Teil liegt der Schwerpunkt auf der kognitiven Entwicklung, der Entwicklung komplexer Emotionen wie Scham und Schuld sowie der Entwicklung von Autonomie. Der Autor wird auch näher darauf eingehen, inwiefern die von Steiner vor über hundert Jahren hervorgehobenen Vorstellungen von Lernen und Entwicklung im Lichte neuerer Forschungen, insbesondere in den Neurowissenschaften, betrachtet werden können.
Schlüsselwörter: Waldorfpädagogik, Nachahmung, Imagination, selbstständiges Denken, Entwicklung, Lernen