Wer erziehen will, muss selber erzogen sein. Wer auf die Jugend wirken will, muss selber jung bleiben und unablässig an sich selber arbeiten.

 

Simon Gfeller, Schweizer Pädagoge und Mundartschriftsteller (1868 - 1943)

Grundlagen
geistig-seelische Wesenskern, physisch-leiblichen Organisation, vorgeburtliche Existenz der kindlichen Individualität, das Bewusstsein des Kopfmenschen von unten her wecken, Hören musikalisch, Auge plastisch
Von: Claus-Peter Röh, Dezember 2019, Erstpublikation im Tagungsreader 'Waldorf 100 Jubiläumskonferenz 'Erster Lehrerkurs' Goetheanum 2019

Tag 1: Erziehungskunst als Fortsetzung des Vorgeburtlichen


Gedanken zum 'Ersten Lehrerkurs'*

Am Vorabend des Kurses weist Rudolf Steiner auf die brennenden Fragen des Zeitgeschehens: Aufgabe der Waldorfschule ist es, aus der Orientierung am Wesen des Kindes erneuernde kulturelle Impulse für das Schulwesen zu entwickeln. Zentrales Motiv des nachfolgenden 1. Kurstages ist die Ausarbeitung eines Menschenbildes, in dem sich polare Kräfte durchdringen: Der aus dem Vorgeburtlichen mitgebrachte geistig-seelische Wesenskern des Menschen verbindet sich ein Leben lang immer neu mit seiner physisch-leiblichen Organisation. Ziel aller Erziehung ist es, eine Harmonisierung dieser polaren Kräfte im heranwachsenden Kind zu erreichen. Aus diesem Urbild ergeben sich vielseitige Konsequenzen: Zunächst vollzieht Rudolf Steiner gemeinsam mit den ersten Lehrerpersönlichkeiten eine Verbindung zu den im Erziehungsprozess mitwirkenden geistigen Kräften und Wesen. Dieser Einbezug des Geistigen führt zur Aufgabenstellung, die vorgeburtliche Existenz der kindlichen Individualität einzubeziehen und aus ihr neue, erweiterte methodische Perspektiven zu entwickeln: Soll alles Lernen vom ganzen Menschen ausgehen, gilt es in künstlerischen Ansätzen zunächst Willenskräfte zu aktivieren, welche dann das Bewusstsein des Kopfmenschen von unten her wecken. Eine solche entwicklungsgemäße künstlerische Erziehung oder Erziehungs-Kunst stimmt das Hören musikalisch und das Auge – aus der Verbindung zur tastenden Hand – plastisch. In der Konsequenz des ganzheitlichen Ansatzes realisiert sich diese Erziehung zur Freiheit erst in der täglichen Praxis der Unterrichtsmethodik.

 

 

Claus-Peter Röh, geboren am 15.12.1955. Nach dem Studium der Pädagogik war er von 1983 an als Klassen-, Musik- und Religionslehrer an der Freien Waldorfschule in Flensburg tätig. Neben der Unterrichtstätigkeit arbeitete er als Gastdozent an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg und gab Kurse an verschiedenen Lehrerseminaren in Deutschland. Seit 1998 ist er Mitglied im Initiativkreis der Pädagogischen Sektion in Deutschland. Im September 2010 wechselte er zur Pädagogischen Sektion am Goetheanum in Dornach/CH. Ab Januar 2011 in Kooperation mit Florian Osswald Übernahme der Sektionsleitung. Verheiratet, 2 Kinder.

 

* Der 'Erste Lehrerkurs' ist die Grundlage der Waldorfpädagogik mit Mitschriften zu Rudolf Steiner's Vorträgen: 'Allgemeine Menschenkunde', 'Methodisch-Didaktisches' und 'Seminarbesprechungen'.



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