Wer erziehen will, muss selber erzogen sein. Wer auf die Jugend wirken will, muss selber jung bleiben und unablässig an sich selber arbeiten.

 

Simon Gfeller, Schweizer Pädagoge und Mundartschriftsteller (1868 - 1943)

Grundlagen
Künstlerische Prozesse, Erziehung, Bildung, Eigenaktivität, Phantasie
Von: Heinz Zimmermann, Januar 2001,

Erziehung als Kunst


Rudolf Steiner wird nicht müde, den Erziehungsprozess selbst als einen künstlerischen Prozess zu verstehen und damit den Lehrer als einen Künstler zu begreifen. Wie eine Stunde zu gestalten ist unter den verschiedenen Gegebenheiten (Stoff, Lebensalter, Klassenzusammensetzung, Zeit, Ort, Situation usw.), ist ein künstlerisches Problem, das schöpferische Fähigkeiten und Geistesgegenwart voraussetzt.

Wie wird eine Stunde, ein Tag, eine Epoche so gestaltet, dass die Kinder in der rechten Weise zur Eigentätigkeit animiert werden? Die Entwicklung des Kindes selbst kann der Erzieher nur mit einem künstlerischen Sinn begleiten, da jede Systematik dem Individuellen in seinem Gestaltwandel nicht gerecht werden kann. Ohne dieses Künstlertum muss Waldorf-Pädagogik zum Dogmatismus oder Sektierertum verkommen. Zu jedem Zeitpunkt muss ich sowohl auf das Gewordene als auch auf die zukünftigen Möglichkeiten blicken. Sensible Wahrnehmungsfähigkeit, Einfallsreichtum und Sinn für das Einmalige sind daher die Voraussetzungen zu dem Künstlertum des Pädagogen. Die Achtung und der Respekt vor dem werdenden Freiheitswesen führen auch zum Verzicht allgemein üblicher Erziehungsmittel, beispielsweise zu dem Verzicht auf einen zu frühen Gebrauch technischer Medien, die tendenziell die Eigentätigkeit und das Eigenerleben lähmen und zum passiven Konsum verleiten. Viel sinnvoller ist es z.B. sich die Frage zu stellen: Was muss ich verstärken, damit das Kind später verantwortlich mit dem Computer umgehen kann, anstatt das Kind dem Computer möglichst früh auszusetzen? Eigenaktivität und Phantasie können ja grundsätzlich viel besser durch das äusserlich Unvollkommene angeregt werden, weil im Menschenwesen selber der Wille zur Vervollkommnung liegt. Das gilt für das Kinderspielzeug wie für das selbstgestaltete Schulheft oder eben das perfekte Medium, das keinen Spielraum für die eigene Phantasie freilässt. -

Aus der ganzen Darstellung geht hervor, dass eine Waldorfschule nur gedeihen kann, wenn sie sich als Lebensraum sinnvoll in das soziale, kulturelle und örtliche Umfeld hineinstellt. Sie ist grundsätzlich keine Normschule, sondern entfaltet ihr Leben aus individueller Initiative heraus ganz verschiedenartig, wie die nachfolgenden Länderberichte im 2. Teil dieser Publikation hinlänglich zeigen.



Aus: Waldorf-Pädagogik weltweit
© Copyright 2001 by Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e. V.



Nach oben

II Congreso latinoamericano de formaciones Waldorf
Son 22.07.2018 - Die 24.07.2018
II Congreso latinoamericano de formaciones Waldorf del 22 al 24 de julio del 2018, en Cieneguilla...
YEP Young Eurythmy Performance
Sam 08.09.2018 - Son 31.03.2019
  www.yep-eurythmie.de Liebe Kollegen, bitte machen sie die Schüler Ihrer oberen Oberstufe...
English Week 2018
Son 11.11.2018 - Fre 16.11.2018
For more information write to: Doris Schlott, englishweek(at)t-online.de Information &...
11th Internationalen Fortbildungswoche
Fre 12.04.2019 - Don 18.04.2019
Themenschwerpunkt: Klasse...
East African Conference
Son 14.04.2019 - Don 18.04.2019
Kontaktperson: Victor Mwai, vicmwai(at)gmail.com     Sobald wir von den...

  

Jetzt spenden

  

 

Mit freundlicher Unterstützung von